Schönauer Schützen Schützenverein Schönau 1575 e.V. über 440 Jahre Schützentradition in Schönau bei Heidelberg
 Schönauer Schützen   Schützenverein Schönau 1575 e.V. über 440 Jahre Schützentradition in Schönau bei Heidelberg

Geschichte

Fahne des Fähnlein Schönau

Die Stadt Schönau und das Schützentum in Schönau sind eng miteinander verbunden.

 

Auf dem Gebiet der Stadt Schönau ist ursprünglich ein Zisterzienserkloster gegründet worden.
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1562 von Kurfürst Friedrich III aufgehoben. 

Danach wurden Einwanderer bzw. Religionsflüchtlinge aus der Wallonie, dem südlichen Teil der damaligen Niederlande - dem heutigen Belgien  - vom Kurfürsten in das ehemalige Kloster eingewiesen. Die entsprechende Urkunde datiert vom 25. Juni 1562 und gilt als eigentliches Datum der Gründung Schönaus als weltlichem Gemeinwesen. 

 

Schießen war damals natürlich kein Sport, sondern eine bitter notwendige Kunst in den Zeiten der (Reformations)kriege. Bald wurde das "Kriegsfähnlein Schönau" aufgestellt, in dem sich hervorragende Schützen in vielen kriegerischen Auseinandersetzungen der damaligen Zeit hervortaten. Die Farben des Fähnleins sind heute noch im Stadtwappen zu finden.

Aber auch "sportliches" Schießen und Schützenfeste gab es damals schon sehr früh in Schönau.
Schon 1576 fand das erste Schützenfest statt. Die Genehmigung erfolgte durch Kurfüst Friedrich 1575 in einer noch erhaltenen Urkunde:

"Wir Friedrich von Gottes Gnaden des hl. Römischen Reiches,Kurfürst, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayem Unsern Lieben, Getreuen Amtsleuten zu Heidelberg:

Wie haben uns unsere Untertanen, Schultheiß, Bürgermeister und ganze Gemeinde zu Schönau untertänigst gebeten, nachdem sie in jüngster Musterung mehrenteils mit Rohren belegt, wir wollten ihnen, damit sie im Fall der Not derselben ihrer besagten Wehren zu gemeiner Landes Wohlfahrt desto geschicklicher und geübter brauchen möchten, gleich anderen Benachbarten an Sonn- und Feiertagen zum Ziel zu schießen, nicht allein gnädigst erlauben, sondern auch zu deß besserer Übung eine Steuer- oder Herrenabgabe gnädigst verordnen lassen.

So wir nun solche ehrlichen Gesellschaften so zu einem nützlichen Gebrauch und im Fall der Not zu gemeiner Rettung und Wohlfahrt des Vaterlandes dienen, gern befördern helfen, als haben wir ihnen solch Zielschießen folgendermaßen nicht allein gnädigst vergönnt, sondern auch zu deß mehrerer Übung von vier bis fünf Gulden, damit sie ein Paar Barchet kaufen und also an Sonn- und Feiertagen neben dem ihrigen, so sie selbst zugeben, dazu einlegen, ein Wammesfrei Zielschießen haben zu einer Steuer und Herrengab bis auf Widerrufen jährlich zu reichen gnädigst bewilligt; befehlen darauf:

Ihr wollent ihnen einen Platz da sie keinen Schaden tun mögen, zum Zielschießen anweisen und alsdann an unseren Landschreiber ihnen solche Steuer zur Kaufung eines Barchent unsertwegen also uff Widerrufen dorthin jährlich erlegen und uns in Ausgabe zu verrechnen.

Doch ihnen daneben mit Ernst einbinden, daß sie auch außerhalb des Zielschießens das Büchsentragen in und durch unsere Wälde bei Strafe sich gänzlich enthalten, so zu der Predigt und Anhörung göttlichen Wortes verordnet, dabei sie sich finden sollen, solch ihr schießen einstellen.

Daran beschied unsere gefällige Meinung.

Gegeben Heidelberg den 25. Mai des Jahres fünfzehnhundert-siebenzigundfünf.."

 

Älteste noch erhaltene Schützenscheibe - ca. 1926

Die heutigen Schönauer Schützen leiten, wie viele Schützengesellschaften in Deutschland, ihr Herkommen aus dieser ursprünglich militärischen Tradition ab. Im 18. und 19 Jahrhundert begann der Wandel zum Schießsport. Ursprünglich als militärische Übung auf der "Schießwiese", dem heutigen Gewerbegebiet "In den Kreuzwiesen" durchgeführt, wurden die Übungen auf dem Gelände des "Schießhäusl" auf dem Schäfersbuckel fortgesetzt.
Enge Anlehnung an das Militär, wie Kreiskriegerverbände oder Kameradschaften von Reservisten, bestimmten das Schützentum. Aber auch freiheitliches Denken aus der Revolution von 1848 flossen ein.  

 

1926 wurden durch die Schützenfreunde des "Schützenvereins Republik" auf dem Feuersteinkopf das Gelände des heutigen Schützenhauses planiert und eine erste Schießhalle erstellt. 
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten war es vorbei mit der freien Vereinsarbeit, die SA übernahm den Schießstand und die militärische Ausrichtung begann erneut. Nach Kriegsende war jeglicher Schießsport in Deutschland verboten, auf Waffenbesitz stand die Todesstrafe. Die Standanlagen mussten nach Maßgabe der Allierten Kontrollratsgesetzte zerstört werden.

 

Erst ab 1957 lebte der Schießsport in Schönau wieder auf. Valentin Steigleder und anderen ist es zu verdanken, dass der Schießsport wieder seinen Platz in Schönau einnahm. Der Wettbewerb um den "Valentin Steigleder-Pokal" erinnert an die Leistungen unseres damaligen Oberschützenmeisters (1957-1979).

Zunächst wurde im Haus Schafbach und später im Saal des Hotels "Pfälzer Hof" geschossen. Gleichzeitig begann der Wiederaufbau der Anlage auf dem Feuersteinkopf und der Bau des Schützenhauses, das über die Jahre immer wieder erweitert und renoviert wurde. Das Gelände umfasst heute verschiedene Schießstände auf ca. einem Hektar Fläche.

Letzte Aktualisierung: 08.04.2018

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